Ein Spaziergang durch tausend Jahre Geschichte in Larnaca
Geschichtliche Vielfalt an einem Ort
Im Zentrum von Larnaca befinden sich die Kirche Ayios Lazarus, die Djami Kebir Moschee und die mittelalterliche Festung Larnaca nur wenige Meter voneinander entfernt. Diese drei Bauwerke zeigen verschiedene Epoche der Inselgeschichte und verdeutlichen, wie unterschiedliche religiöse und kulturelle Gemeinschaften über Jahrhunderte hinweg die Stadt mitgestaltet haben.
Obwohl die Entfernung zwischen den Denkmälern gering ist, erzählt der Weg eine umfassende Geschichte und zeigt, wie eng Geschichte und Stadtbild miteinander verwoben sind.
Künstlerische Inspiration durch einen kurzen Weg
Die Künstlerin Ioanna Georgiou ließ sich von der Route inspirieren, um die Bedeutung eines scheinbar alltäglichen Spaziergangs neu zu betrachten. Ihr Werk „A Five Minute Walk“ ist derzeit im Rahmen der Ausstellung The Island III in der Zypern-Hochkommission in London zu sehen.
Die Idee entstand beim Blick vom Strand Finikoudes auf das Stadtzentrum, von wo aus sie die drei wichtigsten Bauwerke gleichzeitig im Blickfeld wahrnahm. Für Georgiou symbolisieren sie eine verdichtete Geschichte der Insel, die sich in einem kurzen Spaziergang erfassen lässt – der jedoch 1.000 Jahre Entwicklung hinter sich hat.
Das Kunstwerk und seine Bedeutung
„A Five-Minute Walk“ wurde auf gefundenem Holz gefertigt und nimmt die Proportionen einer Karte der Route an. Die Farbschichten aus Acryl malen sich als lebendige, sich kreuzende Labyrinthe, welche die Vielfältigkeit und das lebendige Miteinander der Stadt verkörpern. Der Holzrahmen reagiert auf Temperatur und Witterung und verändert sich minimal, ähnlich wie die Umgebung selbst.
Perspektiven und Begegnungen
Georgiou, die viel Zeit außerhalb Zyperns verbringt, betrachtet Larnaca mit besonderer Wertschätzung. Sie beschreibt die Schönheit der Küste und der Stadtressourcen und betont ebenso wichtige Orte wie Ancient Kition, Hala Sultan Tekke und den Salzsee von Larnaca als bedeutende Ziele.
Während ihres Auslandsaufenthaltes lernte sie erstmals eine türkischsprachige Zyprerin kennen, obwohl beide ursprünglich nur wenige Kilometer entfernt geboren wurden, sich auf der Insel jedoch nicht begegneten. Diese Erfahrung verdeutlicht laut Georgiou die Komplexität Zyperns jenseits der oft vereinfachenden Zuschreibungen „griechisch“ oder „türkisch“.
Ein Bekenntnis zur Koexistenz
Ein zentrales Thema ihres Werks ist das Zusammenleben verschiedener Gemeinschaften. Für sie drückt sich Koexistenz im Alltag aus: in gemeinsamen Arbeitsplätzen, Nachbarschaften oder dem Miteinander an öffentlichen Orten. Georgiou sieht darin „Raum für ein produktives und kreatives Leben unabhängig von Sprache oder Glauben“.
Für die Künstlerin steht fest, dass Koexistenz möglich ist, wenn sie gewollt wird – ein einfacherer Weg, als er oft erscheint.
Ausstellung in London
Die Ausstellung The Island III, in deren Rahmen „A Five Minute Walk“ gezeigt wird, widmet sich der Rolle Zyperns als Brücke zwischen Ost und West und ist bis Ende Juni in der Zypern-Hochkommission in London zu sehen. Insgesamt sind Arbeiten von 19 zyprischen Künstlern Teil der Ausstellung.