Mazotos: Gemeinschaft fordert Präsidenten zur Überprüfung der Entsalzungsanlage auf
Gemeinderat äußert Umwelt- und Archäologiebedenken
Der Gemeinderat von Mazotos hat Präsident Nikos Christodoulides aufgefordert, die Installation einer mobilen Entsalzungsanlage an der Küste der Gemeinde zu stoppen und die Pläne gründlich zu überprüfen. In einem Schreiben bezeichnete der Rat die Entscheidung als problematisch und forderte eine Neubewertung angesichts verschiedener Bedenken im Umwelt- und archäologischen Bereich.
Gestiegene Wasserreserven ermöglichen neue Überlegungen
Nach Angaben des Gemeinderats haben erhöhte Niederschläge in den letzten Monaten die Wasserreserven verbessert, wodurch mehr Zeit zur Verfügung stehe, um unter Druck getroffene Entscheidungen zu überdenken. Der Rat plädiert dafür, alternative Lösungen zu prüfen, die sowohl umweltfreundlicher als auch kostengünstiger sind.
Fehlende umfassende Umweltprüfung bemängelt
Eine vorläufige wissenschaftliche Bewertung, die im Mai 2026 abgeschlossen wurde, zeige erhebliche Mängel und Unstimmigkeiten im Genehmigungs- und Standortauswahlprozess auf. Dem Gemeinderat zufolge hätte vor der Entscheidung für das staatliche Entsalzungsprogramm eine strategische Umweltprüfung erfolgen müssen, um eine nationale Grundlage für die Entwicklung und Standortwahl solcher Anlagen zu schaffen. Ohne diese Bewertung sei die Möglichkeit zur Berücksichtigung von Alternativen und zur Einschätzung kumulativer Umweltauswirkungen, wie etwa auf marine Ökosysteme, Salzabwässer und Energiebedarf, eingeschränkt gewesen.
Besorgnis über Schutz empfindlicher Meereslebensräume
Besonders aufmerksam wurde auf Ergebnisse unabhängiger Meereswissenschaftler des MER Lab verwiesen, die einen strengeren Prüfprozess aufgrund sensibler mariner Lebensräume in der Region empfohlen hatten. Insbesondere die Posidonia oceanica-Seegraswiesen und weitere empfindliche Meeresbodenökosysteme wurden als wichtige Schutzfaktoren genannt, die bei der Standortwahl stärker berücksichtigt werden sollten, anstatt erst im Nachhinein als handhabbares Risiko betrachtet zu werden.
Kritik an Einstufung als mobile Anlage und regionale Bedeutung
Der Gemeinderat kritisierte auch die Bezeichnung der Entsalzungsanlage als „mobile Einheit“, da wissenschaftliche Untersuchungen zeigten, dass eine Anlage mit einer Kapazität von 20.000 Kubikmetern pro Tag, erweiterbar auf 40.000 Kubikmeter, weder temporär noch leicht verlegbar sei. Die Verantwortlichen der Behörden hielten zwar an dieser Klassifizierung fest, doch die vorliegenden Daten sprechen laut Gemeinderat für ein groß angelegtes Vorhaben mit erheblichen und möglicherweise langfristigen Eingriffen in Küsten- und Meeresbereiche.
Berücksichtigung archäologischer Funde gefordert
Weiterhin wies der Gemeinderat auf dokumentierte archäologische Funde und Hinweise auf archäologisches Interesse in der betroffenen Region hin. Er betonte, dass Bauarbeiten und Eingriffe in der Küstenzone nicht nur ökologische, sondern auch kulturelle Belange berühren und deshalb eine dringende Überprüfung der Pläne erfordern.
Breiter Widerstand aus der Gemeinschaft
Die Opposition gegen das Projekt gehe über die lokalen Anwohner hinaus. Der Gemeinderat gibt an, die Haltung der Bevölkerung widerzuspiegeln und spricht von einem organisierten, institutionell geäußerten Widerstand. Die derzeitige Standortwahl wird als aus umwelttechnischer Sicht nicht akzeptabel angesehen. Daher bittet der Gemeinderat Präsident Christodoulides um eine unverzügliche Intervention sowie um ein baldiges Treffen, um die Angelegenheit eingehend zu besprechen.